Dacia Striker: Der Kombi, der kein SUV werden wollte

Seit zwanzig Jahren verfolgt Dacia die gleiche Formel mit metronomischer Konstanz: das nehmen, was Familien wirklich brauchen, methodisch alles andere entfernen und einen Preis anzeigen, der die Köpfe dreht. Am 8. Juli 2026 präsentierte die Marke ein Modell, das die Logik einen Schritt weiter treibt — und das sich dabei traut, eine Karosserie zu wählen, die fast alle in den Schrank geräumt hatten. Der Striker ist weder ganz SUV noch ganz Limousine. Es ist ein Kombi. Ein erhöhter, uneigennütziger Kombi, der auf das umkämpfteste Segment Europas abzielt.
Das Wetten auf das „beste aus drei Welten"
Die Formel stammt von Dacia selbst: Der Striker soll „das Beste aus drei Welten" vereinen. Die hohe Sitzposition und die Geländetauglichkeit des SUV, die Ladekapazität und Praktikabilität eines Kombis, die Effizienz und das Gleichgewicht einer Limousine. Auf dem Papier klingt das nach einem Kompromiss; in der Realität ist es vor allem ein Wetten auf ein Segment, das Hersteller massiv zugunsten von SUVs verlassen haben.
Die Proportionen verraten die Absicht. Der Striker ist 4,62 m lang und nur 1,53 m hoch, mit einem Radstand von 2,70 m. Er ist also länger als ein Bigster und bleibt dabei flach — ungefähr die Höhe eines klassischen Kompaktwagens. Diese gestreckte Silhouette dient zunächst der Aerodynamik: Der cw-Wert sinkt auf 0,29, ein bemerkenswerter Wert für einen Kombi dieser Größe und ein direkter Verbündeter des Verbrauchs auf Landstraße und Autobahn.
Die Bodenfreiheit wurde nicht geopfert: 19 cm bei den zweiradgetriebenen Versionen, 20 cm bei der Allradvariante. Genug, um einen Feldweg oder eine verschneite Straße anzugehen, ohne dass der Fahrer angespannt ist — die Dacia-Signatur seit dem ersten Duster.
Ein Kofferraum, der in einer anderen Kategorie spielt
Das ist das Argument schlechthin. Das Ladevolumen steigt auf 600 Liter bei der klassischen Hybrid-Version, 580 Liter bei der Allrad-Variante und etwa 550 Liter bei der LPG-Variante, deren Tank etwas Platz wegnimmt. Zahlen, die den Striker auf die Ebene großer Kombis des C-Segments stellen, wo viele vergleichbar große SUVs aufgrund ihrer fliehenden Dachlinie deutlich darunter liegen.
Drei Motorisierungen, kein obligatorisches Laden
Unter der Motorhaube bleibt Dacia seiner pragmatischen Lesart des europäischen Marktes treu: ja zur Elektrifizierung, aber ohne aufgezwungenes Aufladen. Die Hauptmotorisierung ist ein Vollhybrid mit 155 PS, der einen atmosphärischen 1,8-Liter-Vierzylinder mit 109 PS mit zwei Elektromotoren und einer kleinen 1,4-kWh-Batterie verbindet. Der Hersteller verspricht bis zu 80 % der Stadtfahrtzeit im 100 % elektrischen Modus — das klassische Versprechen des Selbstlade-Hybrids, besonders relevant für kurze Stadtfahrten.
Dann kommt ein 1,2-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 48V-Mild-Hybridisierung, erhältlich mit Benzin oder LPG, mit 140 PS und der Wahl zwischen manueller oder automatischer Sechsgang-Schaltung. Schließlich krönt eine 150er Hybrid-Version mit Allradantrieb die Palette, reserviert für die wildeste Ausstattung.
Vier Ausstattungslinien sind geplant: Essential, Expression, Journey und Extreme. Journey kümmert sich um lange Fahrten (elektrisch verstellbarer Fahrersitz, beheizte Sitze und Lenkrad, motorisierte Heckklappe), während Extreme die Outdoor-Nutzung mit Starkle-Schutzausrüstung, waschbarem Leder und Gummimatten zu Hälfte aus recyceltem Material annimmt. Zwei neue Farbtöne machen ihr Debüt: Frost Green und Cosmic Blue.
Unter 25.000 € und ein klares Ziel
Der Einstiegspreis wird unter 25.000 € angekündigt, treu dem Hausversprechen. Die Bestellungen sollen im Oktober 2026 in Deutschland eröffnet werden, mit einer Markteinführung im Dezember — ein Zeitplan, der bestätigt, dass Mittel- und Nordeuropa genauso Prioritätsziele sind wie Frankreich, Italien oder Spanien.
Hinter diesem Launch steckt eine konkrete Ambitionen: Dacia möchte seinen Anteil im C-Segment bis 2030 von 20 % auf 33 % erhöhen. Mit anderen Worten, eine lange Zeit mit kleinen Budgets verbundene Marke zu einem unverzichtbaren Akteur der Familienautos machen. Der Striker mit seinem Kombi-Kofferraum und seinem Kompaktwagen-Preis ist sein Speerspitze.
Es bleibt abzuwarten, wie die Öffentlichkeit diese gegen den Strom gerichtete Silhouette aufnimmt. Eines ist sicher: Auf diesem Preis- und Platzangebotsniveau hat der Anti-SUV ernsthafte Argumente.
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Galerie
© Dacia
- https://media.dacia.com/nouveau-dacia-striker-le-meilleur-des-trois-mondes/?lang=fra
- https://fr.motor1.com/news/800950/dacia-striker-toutes-infos-break-moins-25000-euros/
- https://www.largus.fr/actualite-automobile/dacia-striker-2026-le-break-sureleve-qui-veut-frapper-fort-2214413.html
- https://www.autoscout24.fr/informer/actualite/le-nouveau-dacia-striker-veut-jouer-sur-trois-tableaux-2026/
- https://www.guide-auto.com/dacia-striker-2026-design-moteurs-prix-decouvrez-le-nouveau-crossover-de-dacia/


