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Chery kommt nach Frankreich: Nach Omoda und Jaecoo greift nun auch die Muttermarke selbst an

6 September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Chery kommt nach Frankreich: Nach Omoda und Jaecoo greift nun auch die Muttermarke selbst an
© Chery

Man wusste, dass die chinesische Welle im Anrollen war, jetzt bricht sie richtig über uns herein. Am 1. September 2026 hat Chery seinen offiziellen Markteintritt in Frankreich verkündet — und das nicht zaghaft, sondern mit einem bereits gut ausgebauten Händlernetz und dem klar formulierten Ehrgeiz, das Land binnen weniger Monate flächendeckend zu erschließen. Wenn eine vor zwei Jahren noch unbekannte Marke von heute auf morgen Dutzende Autohäuser eröffnet, ist das kein Testlauf mehr – das ist eine Offensive.

Der stille Riese hinter Omoda und Jaecoo

Chery ist alles andere als ein Neuling. Seit über zwanzig Jahren größter chinesischer Automobilexporteur, hat der Konzern zunächst mit seinen beiden Satellitenmarken Omoda und Jaecoo, die im Frühjahr bei uns eingeführt wurden, den europäischen Markt sondiert. Fünf Monate später schickt er nun seine historische, namensgebende Marke ins Rennen. Die Logik dahinter ist klar: Zunächst Lifestyle-positionierte Marken etablieren, dann die generalistischere Muttermarke ausrollen, sobald das Netzwerk steht.

Und dieses Netzwerk wächst schnell. Chery beziffert bereits 56 betriebsbereite Verkaufsstellen zum Marktstart, getragen von 36 Investoren, mit dem Ziel, bis Jahresende 90 Standorte zu erreichen. Im kommenden Jahr peilt die Marke sogar 200 Verkaufsstellen an – genauso viele, wie sie auch Omoda und Jaecoo verspricht. Für einen Hersteller, der quasi aus dem Nichts kam, entsteht das Vertriebsnetz in einem Tempo, das kaum ein europäischer Konkurrent mithalten könnte.

Zwei Hybrid-SUVs zum Auftakt

Auf dem Papier lässt sich die Produktstrategie auf ein Kürzel reduzieren, das an jedem Modell prangt: CSH, für Chery Super Hybrid. Der Marktstart stützt sich auf zwei SUVs, den kompakten Tiggo 7 und den familientauglichen Tiggo 8, beide elektrifiziert, bevor in den folgenden Wochen ein kleinerer Tiggo 4 angekündigt wird. Chery hat sich für den Einstieg bewusst gegen die rein elektrische Karte entschieden und setzt stattdessen auf Hybridantriebe – eine beruhigendere Option für Familien, die noch zögern, den Schritt zu wagen.

Der Tiggo 7 CSH veranschaulicht dieses Rezept gut. Die Broschüre listet zwei Antriebsvarianten auf: eine einfache Hybridversion mit rund 204 PS Systemleistung und einem angegebenen Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 km, sowie einen Plug-in-Hybrid, der noch weiter geht. Letzterer verspricht bis zu 90 km rein elektrische Reichweite nach WLTP-Zyklus, eine kombinierte Reichweite von bis zu 1.200 km und einen Verbrauch von 2,4 Litern auf 100 km bei entladener Batterie. Das reicht aus, um den Alltagsverkehr ohne Aufladen zu bewältigen, während der Verbrenner für längere Strecken zur Verfügung steht.

Der große Bruder Tiggo 8 übernimmt dieselbe Philosophie in einem großzügigeren Format, zugeschnitten auf kinderreiche Familien und lange Fahrten, während der Tiggo 7 das Herzstück des Kompakt-SUV-Marktes anvisiert. Die Entscheidung für Hybrid statt reinem Elektroantrieb ist dabei keine reine Geschmacksfrage: Seit die Europäische Union zusätzliche Einfuhrzölle auf aus China importierte reine Elektrofahrzeuge eingeführt hat, entgehen Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modelle diesem Strafzoll. Chery positioniert sich damit geschickt auf einem Terrain, auf dem die chinesische Elektro-Konkurrenz benachteiligt ist, und trifft zugleich die Erwartungen einer französischen Kundschaft, die der Flexibilität des Verbrennungsmotors nach wie vor zugeneigt ist.

Das Argument des Geldbeutels – und das der Sorglosigkeit

Wo neue chinesische Marken wirklich zuschlagen, ist bei der Preisgestaltung, und Chery macht da keine Ausnahme. Die Marke wirbt mit knapp kalkulierten Preisen, unterstützt durch aktuelle Förderungen und Prämien, und vor allem mit einer Garantie, die aufhorchen lässt: sieben Jahre oder 150.000 km. In einer Zeit, in der sich viele europäische Hersteller mit drei oder fünf Jahren begnügen, wiegt dieses Argument schwer, um einen misstrauischen Käufer bei einer ihm noch unbekannten Marke zu überzeugen.

Beim Design wiederum wird an einer eigenen Identität gefeilt. Der Tiggo 7 trägt einen achteckigen Kühlergrill, den Chery zu seinem Markenzeichen erheben will, dazu schmale Scheinwerfer und ein Innenraum, der von einem großen, gebogenen Bildschirm dominiert wird, mit optionaler Sony-Soundanlage. Nichts Revolutionäres, aber ein Ausstattungs- und Verarbeitungsniveau, das angesichts des Preises so manchem etablierten Rivalen die Schau stiehlt.

Eine Karte, die vor Ort ausgespielt werden muss

Bleibt die eigentliche Unbekannte: das Vertrauen. Eine Marke lässt sich nicht allein über technische Daten verkaufen, sie wird über Zeit aufgebaut – über den Wiederverkaufswert, die Qualität des Kundendienstes und die Dichte des Händlernetzes. Genau deshalb zählen die Autohäuser, die derzeit in allen Ecken des Landes aus dem Boden schießen, mindestens genauso viel wie die Fahrzeuge selbst. Chery stellt nicht einfach nur SUVs aus: Der Konzern legt das Fundament für eine dauerhafte Präsenz. Die Wette ist eröffnet, und es wird sich Saison für Saison zeigen müssen, ob sie auf Dauer aufgeht.

Möchten Sie mehr erfahren? Alle Broschüren zum Chery Tiggo 7 finden Sie kostenlos zum Download auf Brochure Auto.

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Quellen
  • https://www.largus.fr/pros/actualite-automobile/la-marque-chery-devoile-le-nom-de-ses-premiers-distributeurs-et-la-liste-de-ses-concessions-en-france-40004789.html
  • https://business-auto.fr/blog/voiture-chery-france-septembre-2026
  • https://lenouvelautomobiliste.fr/actualites/chery-arrive-en-france-quatre-suv-tiggo-hybrides-pour-seduire-les-familles-des-septembre/
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