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Renault in der elektrischen Stunde: Der Diamant schaltet einen Gang höher

28 mars 2026 · 5 Min. Lesezeit
Renault in der elektrischen Stunde: Der Diamant schaltet einen Gang höher

Es gab eine Zeit, in der Renault der Hersteller war, der sich früher als alle anderen ins vollelektrische Abenteuer stürzte – mit der Zoé, diesem kleinen blauen Stadtauto, das sich zu einem der meistverkauften Elektrofahrzeuge Europas entwickelt hat. Doch seitdem hat sich die Welt verändert: Die Chinesen sind mit ihren Schnäppchenpreisen aufgetaucht, die europäischen Vorschriften haben sich weiterentwickelt, und die Kunden waren manchmal zögerlich. Also hat der Raute-Hersteller 2026 die Uhren mit seinem großen strategischen Plan futuREady neu gestellt – eine ehrgeizige Roadmap, um sein Elektrikangbot bis 2030 radikal zu transformieren. Und das Mindeste, was man sagen kann, ist, dass er es nicht halb macht.

Von Renaulution zu futuREady: Kontinuität im Ehrgeiz

Um die aktuelle Strategie zu verstehen, muss man zunächst daran erinnern, dass Renault nicht aus dem Nichts kommt. Der 2021 unter der Führung von Luca de Meo gestartete Plan Renaulution hatte die Gruppe bereits tiefgreifend umstrukturiert: Rückkehr zur Rentabilität, Aufwertung des Portfolios, Gründung von Ampere (die dem Elektrikbereich gewidmete Tochtergesellschaft) und eine Reihe erfolgreicher Launches – besonders die Renault 5 E-Tech Electric, ein echtes kommerzielles Phänomen, das Anfang Dezember 2025 in der Fabrik Douai die Marke von 100.000 zusammengebauten Einheiten erreichte.

Mit der Ankunft von François Provost an der Spitze der Gruppe wurde die Strategie verfeinert, nicht aufgegeben. Der neue Generaldirektor hat ein klares Leitprinzip gesetzt: Das Produkt vom Kunden aus konzipieren und gleichzeitig die wertorientierte Disziplin stärken, anstatt sich auf Volumen zu konzentrieren. Mit anderen Worten: Vorbei mit der Jagd nach Marktanteilen um jeden Preis – jetzt geht es um nachhaltige Rentabilität und erschwingliche Elektromobilität.

futuREady: 36 Modelle in fünf Jahren, davon 16 elektrisch

Das 2026 offiziell vorgestellte futuREady-Programm stellt die ehrgeizigste Roadmap in der jüngeren Geschichte der Raute dar. Renault plant, zwischen 2026 und 2030 36 neue Modelle auf den Markt zu bringen, davon 16 vollständig elektrisch – mehr als die 32 Modelle, die zwischen 2021 und 2025 verkauft wurden. Das ist ein beeindruckendes Tempo für einen Generalisten.

Das Ziel ist klar beziffert: Bis 2030 strebt die Marke Renault 100 % elektrifizierte Verkäufe in Europa an, während 50 % der Verkäufe außerhalb Europas ebenfalls elektrifiziert sein sollen.

Ein bereits gut ausgestattetes Elektrikportfolio

2026 kann sich Renault auf ein solides Elektrikportfolio stützen: die Mégane E-Tech, die Renault 5, der Scénic E-Tech und die Renault 4 E-Tech, demnächst folgt die Twingo. Diese letztere stellt wohl die symbolträchtigste Offensive dar: Auf der Plattform AmpR Small gebaut, ist die Twingo E-Tech Electric mit einem Motor von 60 kW und einer Batterie von 27,5 kWh ausgestattet und bietet eine angekündigte Reichweite von 263 km nach WLTP-Zyklus – erhältlich ab unter 20.000 Euro. Zu diesem Preis ist es schwer, ein Argument gegen Elektrik zu finden.

Die Technologie im Zentrum des Kampfes

Wenn Renault mit den asiatischen Herstellern konkurrieren will, kann es sich nicht nur auf schöne Karosserien verlassen. Die Antwort ist technologisch, und die Gruppe bekennt sich dazu ganz offen.

Modulare Plattformen zur Kostenkontrolle

Alle im Rahmen von futuREady geplanten Personenkraftwagen werden auf vier Plattformen entwickelt, darunter die RG EV Small, die Basis der „Auto des Jahres" 2025-Erfolge. Diese Gemeinsamkeit ist entscheidend, um die Entwicklungskosten zu senken und die Produktzyklen zu beschleunigen.

Das softwaregesteuerte Fahrzeug

Eines der spannendsten Projekte des Plans ist das SDV – Software-Defined Vehicle, oder softwaregesteuerte Fahrzeug. Es wird das erste europäische SDV sein, das 2026 auf den Markt kommt, das erste auf Android basierende Fahrzeugbetriebssystem in Partnerschaft mit Google. Dank der Skalierbarkeit dieser Architektur erfolgen die meisten Updates drahtlos (Over-the-Air), was die Zeit bis zur Markteinführung neuer Funktionen halbiert. Kurz gesagt: Ihr Renault wird sich wie ein Smartphone weiterentwickeln.

Batterien der neuen Generation

Die Gruppe arbeitet unter anderem an Batterien, die in zehn Minuten aufgeladen werden können, sowie an Elektromotoren ohne seltene Erden, die in Europa konzipiert und entwickelt werden. Eine direkte Reaktion auf die Herausforderungen der industriellen Souveränität in einem Kontext, in dem die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen zunehmend in Frage gestellt wird.

Weder naiv noch dogmatisch: Realismus als Kompass

Was die Renault-Strategie von einem Alles-oder-Nichts-Spiel unterscheidet, ist ihr bewusster Pragmatismus. Das Wachstum des Elektrofahrzeugmarkts hat sich als langsamer als erwartet herausgestellt, und die Europäische Union hat ihre Vorschriften gelockert, indem sie ab 2035 bestimmte Hybridtechnologien zulässt. Renault hat sein Ziel daher auf elektrifizierte Antriebsstränge im Allgemeinen ausgeweitet und plant, nach 2030 Hybridmodelle in Europa beizubehalten.

Es werden also nicht die Kunden aufgegeben, die noch nicht bereit für reine Elektromobilität sind – und das ist eine weise Entscheidung.

Made in France: Der Industrievorteil

Eine oft unterschätzte Säule der Renault-Strategie ist die lokale Produktion. Drei Flaggschiff-Modelle – Renault 5, Renault 4 und Mégane E-Tech – werden im Industriepol Ampere ElectriCity in Douai und Maubeuge in Nordfrankreich produziert. Diese Wahl erfüllt die Anforderungen des CEE-Geräts, das die Zuschüsse für Käufer von in Europa zusammengebauten Fahrzeugen erhöht. Ergebnis: Die Twingo E-Tech wird ab 13.750 Euro für Haushalte in Energiearmut zugänglich.

Die Raute auf Pole Position?

Renault spielt seine Partie mit einer seltenen Kohärenz in der Automobilindustrie. Während andere Hersteller zurückweichen, zauddern oder abwarten, geht die Raute methodisch voran: erweitertes Portfolio, bahnbrechende Technologie, souveräne Produktion, erschwingliche Preise.

„Elektrik ist gut für den Kunden und es ist nicht vorgesehen, zum Verbrennungsmotor zurückzukehren. Das Problem ist nicht der Antrieb, sondern sein Preis", sagt François Provost. Dieser Philosophie ist schwer zu widersprechen.

Die Herausforderung der kommenden Jahre wird darin bestehen, dieses wahnsinnige Tempo von 36 Modellen in fünf Jahren beizubehalten und gleichzeitig die Rentabilität zu bewahren. Aber wenn die Renault 5 etwas demonstriert hat, dann dass das französische Automobil noch Welt bewegen kann, wenn es es schafft, Emotion und gesunden Menschenverstand zu verbinden.

Alle Broschüren der Renault-Elektrikpalette finden Sie in unserem Katalog: Twingo E-Tech, Renault 5 E-Tech und Renault 4 E-Tech – kostenlos zum Download.

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