Hyundai Ioniq 3: Der elektrische Kompaktwagen, der den Mégane E-Tech aufmischen will

Ein Neuzugang, der nicht unbemerkt bleibt
Am 20. April 2026 enthüllte Hyundai auf der Milan Design Week die Ioniq 3. Und um es gleich zu sagen: Die koreanische Marke spielt nicht klein. Dieser 100 % elektrische Kompaktwagen reiht sich zwischen dem Inster und dem Kona Electric in die Baureihe ein und zielt auf ein ultraumkämpftes europäisches Segment ab: das der erschwinglichen und praktischen Kompaktwagen. Mit einer angegebenen Reichweite von bis zu 496 km WLTP und einem erwarteten Einstiegspreis um 30.000 € hat der Ioniq 3 eindeutig das Zeug dazu, einen Renault Mégane E-Tech oder einen Volkswagen ID.3 ins Schwitzen zu bringen.
Vom Concept Three zur Serienversion
Die Geschichte des Ioniq 3 beginnt offiziell im September 2025 auf der IAA in München, als Hyundai das Concept Three vorstellt. Dieser Show-Car in metallischen Farbtönen deutet bereits die Gestalt der zukünftigen Kompaktlimousine an. Sieben Monate später wird die endgültige Version in Mailand präsentiert. Während die Grundlinie erhalten bleibt, wurde das futuristische Armaturenbrett des Konzepts durch eine konventionellere Ausführung ersetzt, und die Karosserie wurde reduziert, um den Anforderungen der Serienfertigung gerecht zu werden. Die Verwandtschaft ist dennoch offensichtlich, besonders vorne und hinten.
Der Ioniq 3 läutet vor allem eine neue Designsprache ein, die „Art of Steel" genannt wird, also die Kunst des Stahls. Inspiriert von der Reinheit und rohen Spannung der Metallbearbeitung zeichnet sich dieser Stil durch kontrollierte Volumen und prägnante visuelle Wirkung aus. Die charakteristischen Pixel-Leuchten der Ioniq-Baureihe sind vorhanden und werden durch vier kleine zentrale Leuchtquadrate ergänzt, die den Buchstaben „H" im Morsecode bilden. Ein netter Augenzwinkerer.
Aero Hatch: Die Silhouette, die den Unterschied macht
Hyundai hat einen Namen erfunden, um die Karosserie des Ioniq 3 zu beschreiben: Aero Hatch. Konkret handelt es sich um eine kompakte Fastback-Silhouette, die die aerodynamische Effizienz ohne Abstriche bei der Raumausnutzung in den Vordergrund stellt. Ergebnis: ein Luftwiderstandsbeiwert Cx von etwa 0,26 nach Herstellerangaben, was den Koreaner in die Spitzengruppe seiner Klasse einordnet.
Bei den Abmessungen bleibt man sparsam: 4.155 mm Länge, 1.800 mm Breite, 1.505 mm Höhe und ein Radstand von 2.680 mm. Kürzer als ein Mégane E-Tech, aber mit gleichem Radstand. Das Versprechen? Echte Fünfsitzer-Raumausnutzung mit ebenem Boden.
E-GMP-Plattform und wählbare Batterien
Unter der Karosserie basiert der Ioniq 3 auf der E-GMP-Plattform der Hyundai Motor Group in ihrer 400-Volt-Ausführung (nicht 800 Volt wie bei Ioniq 5 und 6, was etwas längere Ladezeiten erklärt). Zwei Batterien stehen zur Wahl: 42,2 kWh für die Standardversion mit einer angegebenen Reichweite von über 344 km WLTP und 61 kWh für die Version mit erweiterte Reichweite mit bis zu 496 km WLTP.
Der Antrieb erfolgt durch einen permanentmagnetischen Synchronmotor an der Vorderachse mit einer Leistung von bis zu 107,8 kW (147 PS) und 250 Nm Drehmoment. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 165 km/h begrenzt. Das Aufladen von 10 auf 80 % dauert etwa 29 Minuten an einer DC-Schnellladestation, und der Ioniq 3 akzeptiert bis zu 22 kW im Wechselstrom, was in diesem Segment selten ist. Die V2L-Funktion (Vehicle-to-Load) zum Aufladen von Elektrogeräten ist an Bord.
An Bord: Pleos Connect betritt die Bühne
Der Ioniq 3 führt in Europa das neue hauseigene Infotainment-System namens Pleos Connect ein. Basierend auf Android Automotive OS bietet es ein smartphoneähnliches Erlebnis mit eigenem App Market für Drittentwickler. Der zentrale Bildschirm misst 12,9 oder 14,6 Zoll je nach Ausstattung, ergänzt durch eine kleine Instrumentenanzeige oben in der Nähe der Windschutzscheibe im Head-up-Display-Stil. Das berüchtigte Doppelbildschirm-Layout von Hyundai weicht also einem neuen Ansatz.
Bei der Ausstattung verfügt der Ioniq 3 über die Hyundai SmartSense Suite mit Level-2-Autobahnassistenz, ferngesteuert Parken, 360°-Panoramablick und mehr. Zu erwähnen sind auch die Integration des digitalen Schlüssels und die Plug & Charge-Funktion, die das Leben an öffentlichen Ladestationen erheblich vereinfacht.
Produktion in der Türkei und Start im Herbst 2026
Der Ioniq 3 wird im Werk İzmit in der Türkei gebaut, was dem Koreaner ermöglichen sollte, für den französischen Umweltbonus in Frage zu kommen. Der Marktstart ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Elf Außenlackierungen sind zum Marktstart angekündigt, mit Felgen von 16 bis 19 Zoll. Eine N Line Variante mit schärferem Look wird von Anfang an die Palette ergänzen.
Elf Farbtöne, eine bewährte Plattform, hochmodernes Infotainment, ein Design, das seine Unterschiede ausspricht, und ein augenscheinlich gut positionierter Preis: Hyundai scheint alle Zutaten ins Shaker geworfen zu haben, um den Erfolg zu sichern. Es bleibt nur, die endgültigen Preise zu erfahren, aber dieser Coup könnte sehr gut aufgehen.
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