Pariser Autosalon 2026: Paris bringt die Motoren wieder zum Aufheulen

Es gibt Termine, die man sich nicht entgehen lassen möchte. Der Mondial de l'Auto de Paris gehört definitiv dazu, und die Ausgabe 2026 kündigt sich als die verlockendste seit Langem an. Vom 12. bis 18. Oktober öffnet die Porte de Versailles, eine der ältesten Automessen der Welt und Erbin der Pariser Ausstellung von 1898, ihre Tore mit neuem Ehrgeiz – und einer Überraschung, die so manches Herz höherschlagen lassen wird. Hier ein Überblick über das, was Sie erwartet.
Die Überraschung des Salons: die 2CV feiert ihre Wiederauferstehung
Das ist der Paukenschlag dieser Ausgabe. Citroën wird den Mondial nutzen, um den Vorhang über das Concept Car zu lüften, das die Rückkehr der 2CV ankündigt – diesmal in einer 100 % elektrischen Version. Die Marke mit den Chevrons hat die Neuigkeit am 21. Mai 2026 offiziell bestätigt: Der künftige Kleinwagen, der 2028 bei den Händlern erwartet wird, soll in Italien, in Pomigliano d'Arco, auf der Plattform gebaut werden, die Stellantis für seine kleinen, erschwinglichen Elektromodelle vorsieht. Angepeilt wird ein Einstiegspreis unter 15.000 Euro, was das Modell zu einem der günstigsten Elektroautos Europas machen würde – ein Betrag, der ebenso wie die endgültigen technischen Daten offiziell noch zu bestätigen ist.
Citroën schwört, dem Geist der Ikone treu zu bleiben, statt ihr Design einfach zu kopieren, um die Legende nicht zu verraten. Die historische Anspielung wird dabei durchaus bewusst gepflegt: „1948 hat die 2CV Millionen von Menschen die Freiheit geschenkt, mobil zu sein; achtzig Jahre später wird die neue 2CV die Elektromobilität demokratisieren", fasst Xavier Chardon, Chef der Marke, zusammen. Das Symbol ist stark: Die französische Ikone erlebt in den Pariser Hallen genau in dem Moment ihre Wiedergeburt, in dem andere ihre Koffer packen.
Die große Rückkehr der Marken … und einige Abgänge
Jahrelang hatten sich die Gänge des Mondial geleert. Mehrere große Hersteller hatten der Messe den Rücken gekehrt, da sie den Aufwand angesichts des digitalen Wandels für zu kostspielig hielten. Doch der Wind hat sich gedreht: Für diese 91. Ausgabe sind mehr als 60 Marken angekündigt, gegenüber 48 bei der vorherigen Auflage, und der Veranstalter peilt sogar die Marke von 70 an. Volvo, seit 2014 nicht mehr in den Pariser Hallen vertreten, feiert sein großes Comeback, gefolgt von Ford, während die Deutschen Mercedes, Audi und Volkswagen ebenso mit von der Partie sind wie Renault, die sieben Stellantis-Marken (Peugeot, Citroën, DS, Opel, Fiat, Alfa Romeo und Lancia) sowie der Konzernpartner Leapmotor.
Ganz ohne Wermutstropfen geht es allerdings nicht. BMW und Mini, die ihre Teilnahme Anfang des Jahres eigentlich noch bestätigt hatten, haben diese im Laufe des Sommers wieder abgesagt – der Konzern spricht von einer Neuausrichtung der Prioritäten vor dem Hintergrund weltweiter Ergebnisse, die unter den eigenen Erwartungen liegen. Auch Lexus, MG und Tesla tauchen im bislang veröffentlichten Ausstellerverzeichnis des Veranstalters nicht auf. Das tut der Vorfreude jedoch keinen Abbruch: Der Salon erstreckt sich über fünf Hallen von Paris Expo, wobei der 12. Oktober der akkreditierten Presse vorbehalten ist, bevor die Tore vom Dienstag, den 13., bis Sonntag, den 18. Oktober, für das breite Publikum öffnen.
Eine wahre Flut an elektrischen Neuheiten
Wenn sich ein roter Faden durch das Programm zieht, dann ist es ganz klar das Thema der erschwinglichen Elektromobilität. Die europäischen Hersteller bringen eine neue Welle kleiner und mittelgroßer Stromer an den Start, die dazu gedacht sind, den Zugang zum Stecker zu demokratisieren. Erwartet werden unter anderem der Cupra Raval, der Renault Twingo E-Tech, der Volkswagen ID. Polo und ID. Cross, der Kia EV2 sowie der Hyundai Ioniq 3. Allesamt Modelle, die genau dort ansetzen, wo sich die größten Verkaufsvolumen abspielen.
Auch Liebhaber von Fahrspaß kommen nicht zu kurz. Peugeot wird voraussichtlich den überarbeiteten 408 neben einem bereits viel diskutierten e-208 GTI zeigen, während Volvo sein Elektro-SUV EX60 präsentiert. Renault, der Pariser Gastgeber schlechthin, dürfte seine gesamte Elektrofamilie aufmarschieren lassen – R5, R4, Twingo – bis hin zur schicken Sonderserie Renault 4 Roland-Garros, die im Herbst auf den Markt kommt. Zwischen Weltpremieren, Testfahrten und Bereichen für neue Mobilitätsformen will der Salon wieder an die Aufbruchstimmung großer Jahre anknüpfen.
China lauert im Hintergrund
Eine Automesse im Jahr 2026 ohne die asiatische Offensive zu erwähnen, ist schlicht unmöglich. BYD, Leapmotor und Xpeng, allesamt bestätigt, werden mit großen Ständen vertreten sein und ihre elektrischen Limousinen und SUVs zu Kampfpreisen präsentieren. Das europäische Publikum lernt so Namen kennen, die ihm vor drei Jahren noch völlig unbekannt waren, und der Salon dürfte ein guter Gradmesser für diesen Umbruch in der Automobillandschaft sein.
Weit mehr als eine reine Autoschau
Der Mondial beschränkt sich nicht auf Autos, die auf Podesten aufgereiht sind. Die Ausgabe 2026 setzt voll auf Erlebnis: Testfahrten, bei denen man selbst hinter das Steuer der neuesten Elektromodelle darf, einen betreuten Testbereich für Fahrassistenzsysteme und automatisiertes Fahren, der auf Reservierung in rund fünfundzwanzigminütigen Zeitfenstern angeboten wird, Bereiche rund um neue Mobilitätsformen (E-Bikes, Mikromobilität, Ladelösungen) sowie Programmpunkte, die speziell für Familien konzipiert sind. Die Hersteller werden dort außerdem mehrere Weltpremieren enthüllen, die bislang noch streng geheim gehalten werden – eine seltene Gelegenheit, an einem einzigen Ort zu erleben, wie die Automobilwelt der kommenden Jahre aussehen wird.
Warum sich ein Besuch lohnt
Jenseits des Spektakels bleibt eine Automesse der beste Ort, um zu vergleichen, anzufassen und Platz zu nehmen. Wenn in ein und derselben Halle ein günstiger elektrischer Stadtwagen, ein familientauglicher SUV und ein Traumsportwagen aufeinandertreffen, spürt man bei einem einzigen Besuch den Puls der Automobilwelt von morgen.
Bis es im Oktober durch die Gänge geht, spricht nichts dagegen, den Besuch schon jetzt vom Sofa aus vorzubereiten. Auf Brochure Auto können Sie bereits jetzt die Kataloge der erwarteten Modelle durchstöbern, Ausstattungen und Motorisierungen vergleichen und mit einer klaren Vorstellung zum Salon aufbrechen. So lassen Sie sich am besten nicht von den Scheinwerfern blenden.
Informationen überprüft am 25. August 2026, basierend auf dem vom Veranstalter veröffentlichten Programm und Ausstellerverzeichnis. Der Inhalt des Salons, die ausgestellten Modelle sowie die Ankündigungen der Hersteller können sich bis Oktober noch ändern.
Galerie
Teaser © Citroën ; photos © Peugeot, Volvo Cars et Renault
- https://mondial.paris/les-exposants
- https://media.renault.com/le-show-car-renault-4-roland-garros-e-tech-electric-en-premiere-mondiale-a-roland-garros-2026/
- https://www.media.stellantis.com/em-en/citroen/press/citroen-brings-an-icon-back-to-life-with-the-return-of-the-2-cv
- https://www.largus.fr/actualite-automobile/mondial-de-paris-2026-la-liste-des-constructeurs-presents-et-les-nouveautes-attendues-2197783.html
- https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Paris_Motor_Show


