Der Citroën 2CV in Broschüren: 42 Jahre Leben auf glänzendem Papier

Eine Citroën 2CV Broschüre aufzuschlagen bedeutet, ein Stück Frankreich in den Händen zu halten. Ein Stück Geschichte auf Papier gedruckt — manchmal dick und seidenartig, manchmal bescheiden wie das Auto selbst. In zweiundvierzig Jahren Karriere von 1948 bis 1990 produzierte die 2CV so viele Broschüren wie Versionen: nahezu utilitaristische Flugblätter aus den Anfangsjahren bis zu farbenfrohen und einfallsreichen Katalogen der 1970er Jahre, bis hin zu den eleganten zweifarbigen Dokumenten des Charleston. Jedes Dokument ist eine kleine Zeitkapsel. Und insgesamt bilden sie eine der lebendigsten Papiersammlungen in der Geschichte des französischen Automobils.
Ein Auto, das geschaffen wurde, um gezeigt — und anders verkauft zu werden
Als Pierre-Jules Boulanger die Toute Petite Voiture in den 1930er Jahren entwickelt, denkt er noch nicht an Broschüren. Er denkt an Bauern in Holzschuhen, an zerfurchte Straßen, an Eier, die nicht zerbrechen dürfen. Aber als die 2CV A am 7. Oktober 1948 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt wird, muss Citroën schnell erste kommerzielle Dokumente für ein Auto zusammenstellen, das alle verunsichert — die Presse an erster Stelle.
Die Broschüren der Anfangszeit entsprechen dem Zeitgeist: nüchtern, fast streng, mit Schwarz-Weiß- oder zweifarbigen Illustrationen. Sie betonen die praktischen Qualitäten — Sparsamkeit, Robustheit, Bezahlbarkeit — und zeigen das Auto in seinen Einsatzbereichen: auf dem Land, beim Lieferdienst, beim Landarzt. Die 2CV ist noch kein Objekt der Begierde, sondern ein Werkzeug. Die Broschüren sagen dies offen, und das ist ihre Stärke. Die Serienproduktion beginnt am 11. Juli 1949 im Werk Levallois-Perret mit einem luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor von 375 cm³ und 9 PS — Zahlen, die die ersten technischen Datenblätter ohne Scheu präsentieren.
Die 1960er und 1970er Jahre: Die Ente emanzipiert sich, die Broschüren auch
In den 1960er Jahren steigt der Hubraum auf 425 cm³ und die Leistung auf 18 PS. Die Palette strukturiert sich mit den Modellen AZA und AZAM. Die Broschüren werden umfangreicher: Farbe erscheint, leichte Inszenierungen, ein Auto, das beginnt der Jugend zuzulächeln. Die 2CV hört auf, ausschließlich ländlich zu sein, und wird zum Auto der Studenten, Künstler und freien Menschen.
Im Oktober 1969 kommen die 2CV 4 und 2CV 6. Die 2CV 6 leistet 29 PS aus ihrem 602 cm³ großen Zweizylinder — und die Broschüren dieser Zeit setzen nun voll auf Modernität: geometrische Typografien, lebendige Farbhintergründe, ganzseitige Fotos. Die Ente ist trendy geworden ohne es zu wollen, und ihre Verkaufsdokumente beanspruchen dies nun endlich für sich.
Im April 1976 bringt Citroën die 2CV Spot auf den Markt, die erste limitierte Serie der Marke: zweifarbige weiße und orange Tenéré Karosserie, passende Polsterung. Zu diesem Anlass ein eigenes Faltblatt — natürlich in den Farben des Autos gedruckt — das die Grundlagen einer Praxis legt, die bald systematisch wird: Jede limitierte Serie hat nun ihr eigenes Dokument, oft in kleinen Auflagen gedruckt, heute ebenso gefragt wie das Auto selbst.
Tim am Steuer — oder fast
Dies ist eines der köstlichsten Kapitel in der Geschichte von Automobilbroschüren. 1988 startet Citroën eine große Werbekampagne für die 2CV mit Tim als Held. Vier Prospekte, echte achtseitige Comics im A4-Format, werden so produziert, mit Themen, die dem Universum von Tim vertraut sind: Schatzsuche, Schneemonster, der Mond… und vor allem Abenteuer.
Es ist Bob de Moor — langjähriger Mitarbeiter von Hergé, gestorben 1983 — der diese Broschüren im reinen Klarlinienstil umsetzt. Citroën stellt eine besondere Anforderung: Die 2CV darf niemals gezeichnet werden und muss ausschließlich fotografisch dargestellt sein. Das Ergebnis ist zumindest eigentümlich: Tim, Struppi, Hauptmann Haddock und Professor Bienlein bewegen sich in vollständig gezeichneten Kulissen… an Bord eines fotografierten Autos. Ein grafisches UFO, das nur der 2CV gehört.
Diese Prospekte — darunter Die Abenteuer der 2CV und der verfemten Höhle oder Die Abenteuer der 2CV und des Schneemensch — sind heute Sammlerstücke im eigentlichen Sinne, gesucht von sowohl 2CV-Enthusiasten als auch von Sammlern des Hergé-Universums.
Der Charleston und das Ende einer Papierepoche
Der Charleston, im Oktober 1980 mit 8.000 Exemplaren in schwarzem und rotem Delage eingeführt, ab 1982 in die Palette integriert, verfügt über die grafisch am meisten ausgearbeiteten Broschüren in der gesamten Karriere des Modells. Raffinierte zweifarbige Gestaltung, hochwertiges Papier, Seitenlayout mit bewusst retro-inspirierter Ausgestaltung. Ein Dokument, das man wie ein Plakat betrachtet.
Am 27. Juli 1990 verlässt die letzte 2CV das portugiesische Werk Mangualde — ein Charleston in Grau Kormoran und Grau Nocturne, begleitet von einer kleinen Kapelle. Über 5,1 Millionen produzierte Exemplare, und mehrere Dutzend unterschiedliche Broschüren in zweiundvierzig Jahren, zwischen französischen Versionen, Exportausgaben und Faltblättern limitierter Serien.
Die Legende auf Brochure Auto durchblättern
Die Sammlung der 2CV Broschüren ist die Geschichte eines Autos, erzählt von denen, die die — nicht so einfache — Aufgabe hatten, es zu jeder Epoche zu verkaufen. Einschließlich Tim am Steuer zu schicken. Entdecken Sie alle Citroën 2CV Broschüren auf Brochure Auto, die Tim-Prospekte inklusive, und erkunden Sie den gesamten Citroën Katalog, um die Reise zu verlängern.


