Omoda & Jaecoo landen in Frankreich: Die Chery-Gruppe erobert das Hexagon

Jean Reno an vorderster Front
Wenn sich ein chinesischer Hersteller Jean Reno als Botschafter für seinen Start in Frankreich aussucht, ist die Botschaft eindeutig: Man kommt nicht als Tourist. Die Chery-Gruppe, ein verkannter Riese der globalen Automobilindustrie, bereitet sich darauf vor, im Frühjahr 2026 auf dem französischen Markt Fuß zu fassen – bewaffnet mit zwei Schwestermarken, Omoda und Jaecoo. Zwei Namen, die französischen Ohren noch wenig vertraut klingen, aber bereits 64 Märkte weltweit erobert haben. Ein Eintritt, der es verdient, näher betrachtet zu werden.
Chery, der diskrete Riese von Wuhu
Hinter Omoda und Jaecoo steht die Chery-Gruppe, gegründet im März 1997 in Wuhu in der Provinz Anhui von einer Gruppe chinesischer Beamter. Als öffentliches Unternehmen von Anfang an, beginnt Chery die Fahrzeugproduktion im Dezember 1999 und exportiert seine ersten Autos bereits 2001 – in Richtung Syrien. Ein internationaler Ehrgeiz, der seit den Anfängen in der DNA der Gruppe verankert ist.
Der bisherige Weg ist beeindruckend. Mit 2,8 Millionen Fahrzeugen, die 2025 ausgeliefert wurden, davon 1,3 Millionen außerhalb Chinas, beansprucht die Gruppe seit mehr als zwei Jahrzehnten den Status des größten chinesischen Automobilexporteurs. Eine Bilanz, die ihr einen Platz in der Fortune Global 500 mit einem Umsatz von 59,7 Milliarden Dollar verschafft. Wir sprechen hier von einem Akteur, der mindestens genauso solide ist wie viele europäische Hersteller – nur in unseren Straßen deutlich weniger sichtbar.
Omoda & Jaecoo, für den Export geboren
Die Marke Omoda & Jaecoo ist jung – gegründet im April 2023, genau um die internationale Offensive zu lenken. Zwei Produktlinien, eine Geisteshaltung: Die ganze Welt mit elektrifiziertem SUV und Crossover für nicht-chinesische Märkte verführen.
Die Omoda verkörpern die urbane Crossover-Seite der Palette: fließende Linien, sorgfältige Verarbeitung, modernes technologisches Interieur. Die Jaecoo spielen die Karte des robusten, abenteuerlustigeren SUV, ohne auf Innenkomfort zu verzichten. Beide Linien teilen moderne Architektur und gleiche Qualitätsansprüche – ein Rezept, das bereits mehr als 800 000 Käufer weltweit seit ihrer Gründung angezogen hat, darunter 200 000 in Europa seit 2024.
Um diesen Fortschritt auf dem Alten Kontinent zu unterstützen, investierte Chery 2024 100 Millionen Euro zur Wiedereröffnung des ehemaligen Nissan-Werks in Barcelona in Partnerschaft mit Ebro-EV Motors. Ein Schritt, der nicht unerheblich ist, besonders im Hinblick auf die Förderberechtigungsregeln. Die Gruppe verfügt außerdem seit 2018 über ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Raunheim, Deutschland – ein Beweis, dass die europäische Verankerung nicht nur eine situative Haltung ist.
Die Palette für Frankreich: Zunächst Hybrid
Für seinen Start in Frankreich setzt Omoda & Jaecoo auf vier elektrifizierte Modelle, alle mit der proprietären SHS-Technologie (Super Hybrid System) ausgestattet, erhältlich als Mildhybrid (SHS-H) oder Plug-in-Hybrid (SHS-P).
Bei Jaecoo: der Jaecoo 5, ein kompakter B-SUV von 4,4 Metern in der Hybrid-Version ab 26 990 Euro, und der Jaecoo 7, ein C-SUV von 4,5 Metern erhältlich als Hybrid (ab 29 990 €) und Plug-in-Hybrid (ab 35 990 €). Bei Omoda: der Omoda 7, ein aufladbarer C-SUV von 4,66 Metern, und der große Omoda 9, ein D-SUV von 4,77 Metern ab 49 990 Euro, mit seinem 537-PS-Antrieb und einer angegebenen elektrischen Reichweite von bis zu 145 Kilometern im aufladbaren Modus.
Hanbang Yu, Geschäftsführer von Omoda & Jaecoo Frankreich, fasst die Philosophie der Gruppe in einer Formel zusammen, die die Konkurrenten sicher zum Nachdenken bringt: „Wir sind überzeugt, dass Hybrid der neue Benzinmotor ist, und dass der Plug-in-Hybrid das neue Hybrid ist."
70 Niederlassungen, 10 000 Autos und Jean Reno
Für ihren Eintritt in Frankreich zielt die Pariser Tochter von Omoda & Jaecoo hoch: 70 Verkaufsstellen bei der Markteinführung im Frühjahr 2026, eine siebenjährige Garantie auf alle Modelle, Finanzierung ohne Eigenkapital über OMODA & JAECOO Finance – in Partnerschaft mit CGI (Groupe Société Générale) – ab 299 Euro monatlich, und ein Langzeitmiete-Angebot, das mit Ayvens für Profis entwickelt wurde.
Das angestrebte Ziel für 2026? Zehntausend Neuzulassungen. Eine ehrgeizige, aber nicht unrealistische Zahl für eine Marke, die sich in 64 globalen Märkten seit ihrer Gründung 2023 etabliert hat und bereits 135 000 Verkäufe in Europa allein 2025 beansprucht. Im Vereinigten Königreich erreichte der Jaecoo 7 2025 sogar den Spitzenplatz bei den Privatverkäufen – eine aussagekräftige Referenz.
Und damit niemand das Ereignis verpasst, ist es Jean Reno – Léon der Profi, einer der weltweit bekanntesten französischen Schauspieler – der sein Image für den Markeneintritt in Frankreich leiht. Diskretion ist also wirklich nicht das Ding von Omoda & Jaecoo.
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