Der Dacia Bigster ist da: Wenn Rumänien (sehr) groß denkt

Vor etwa zwanzig Jahren brachte der Name „Dacia" auf den Automobilmessen noch so manches Lächeln hervor. Eine Marke aus dem Osten, etwas rustical, Erbe einer Epoche, in der man in Mioveni Klone des Renault 12 ohne viele Fragen herstellte. Heute unterzeichnet eben diese Marke einen der meisterwarteten Launches des Segments C in Frankreich: den Bigster. Ein Familien-SUV von 4,57 Metern in mehreren Motorisierungsvarianten — Micro-Hybrid-Benziner, Vollhybrid, Flüssiggas oder auch 4×4 Elektro — und ab 24 990 Euro in der Ausstattung Essential TCe 140 oder ECO-G 140 erhältlich. Kurz gesagt, wir sind nicht mehr auf dem Spielplatz.
Von Bukarest an die Spitze: die Dacia-Saga im Schnelldurchlauf
Kurzer Rückblick auf die Anfänge, denn die Geschichte lohnt sich. Dacia entsteht 1966 in Mioveni, Rumänien, auf Drängen des sozialistischen Regimes von Nicolae Ceaușescu, das das Land motorisieren möchte. Sein Name? Entlehnt aus der „Dacia", der antiken Bezeichnung, die die Römer dem Gebiet des heutigen Rumäniens gaben. Die Produktion beginnt 1968 mit dem Dacia 1100, abgeleitet vom Renault 8, gefolgt ab 1969 vom Dacia 1300 — der nichts anderes als ein umgebrandeter Renault 12 war, produziert bis 2006 in über zwei Millionen Exemplaren nach verfügbaren Kompilationen.
Die große Wende kommt 1999, als Renault die Marke übernimmt und ihr ein klares Ziel setzt: Schwellenmärkte mit zuverlässigen und erschwinglichen Autos erobern. Der Logan, 2004 zu 5 000 Euro eingeführt, schlägt wie eine Bombe ein. Ein neues Auto zum Preis eines Gebrauchtwagens, das ist eine Revolution. Der Rest Europas macht ab 2005 mit und erholt sich nicht davon — im positiven Sinne. Es folgen der Sandero, dann der Duster (seit Jahren einer der beliebtesten SUV bei europäischen Privatpersonen, regelmäßig an der Spitze seines Segments), dann der Jogger. Im April 2022 feiert Dacia zehn Millionen produzierte Fahrzeuge. Die kleine Marke aus dem Osten ist zum Pfeiler des europäischen Marktes geworden.
Der Bigster: vom Entwurf zum Asphalt
Die Idee zum Bigster stammt aus Januar 2021, als Luca de Meo das gleichnamige Concept-Car bei der Präsentation des Strategieplans „Renaulution" enthüllt. Die Silhouette ist deutlich und prägnant — fast militärisch — mit straffen Linien und großzügiger Bodenfreiheit. Die Botschaft ist klar: Dacia möchte aufsteigen und sich ins Segment C stürzen, das der kompakten Familien-SUVs.
Drei Jahre später präsentiert sich das Serienmodell beim Mondial de Paris im Oktober 2024 (90. Auflage). Die Bestellungen öffnen sich am 9. Januar 2025, die ersten Lieferungen kommen im Juni 2025. Der Bigster basiert auf der CMF-B-Plattform der Renault-Gruppe — dieselbe, die dem Renault Clio, dem Captur und dem Nissan Juke zugrunde liegt — aber 23 Zentimeter länger als der Duster III. Eine Verlängerung, die man sieht und spürt: 4,57 Meter lang, 1,81 Meter breit, 1,71 Meter hoch, 2,70 Meter Radstand. An Bord gehört der Beinraum hinten zu den besten des Segments, und der Kofferraum reicht je nach Konfiguration bis zu 702 Litern — unter den großzügigsten des Segments.
Die Modellreihe: das rumänische Universalmesser
Wo der Bigster wirklich überrascht, ist in der Vielfalt seiner Motorisierungen. Dacia hat sich bewusst dafür entschieden, reinen Elektroantrieb zu ignorieren, stattdessen ein echtes Spektrum von Hybrid-Technologien anzubieten — und sogar Flüssiggas, eine gut verankerte Tradition in der DNA der Marke.
Die Basis-Variante, der TCe 140 Micro-Hybrid 48 V, verfügt über einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 140 PS und 230 Nm Drehmoment, unterstützt durch einen Keilriemen-Lichtmaschinen-Starter. Einstiegspreis: 24 990 Euro. Zum gleichen Preis erhältlich ist der ECO-G 140 mit Doppeltankstelle Benzin/Flüssiggas und leichter Hybridisierung 48 V, 140 PS auf Benzin und 130 PS auf Flüssiggas. Gesamtreichweite mit beiden Tanks: bis zu 1 300 Kilometer. Zum aktuellen Flüssiggaspreis in Frankreich ist das Kostenargument unschlagbar.
Für jene, die mehr Stadtkomfort wünschen, verbindet der Hybrid 155 einen 1,8er-Vierzylinder mit 109 PS mit einem Elektromotor von 49 PS, einer 1,4-kWh-Batterie und einem automatischen Multimode-Getriebe ohne Kupplung. Kombinierte Leistung: 155 PS. Er startet systematisch rein elektrisch und fährt im urbanen Gebrauch etwa 80 % der Zeit im Nullemissions-Modus, nach Herstellerangaben. Preis: ab 29 700 Euro in der Ausstattung Expression. Abschließend für die Abenteurer der Hybrid-G 150 4×4, der leichte Hybridisierung, Doppeltankstelle Flüssiggas/Benzin und Allradantrieb dank eines hinteren Elektromotors mit 31 PS kombiniert — eine besonders seltene Kombination auf dem Markt auf diesem Preissegment. Genug, um beruhigt auf Trails zu fahren, ohne das Bankkonto zu leeren.
Zahlen zum Nachdenken
2025 wurden weltweit über 67 000 Exemplare des Bigster verkauft — ein Start, den man als ausgezeichnet bezeichnen kann. Der Bigster hat die Handels-Dynamik von Dacia 2025 in einem unter Druck stehenden europäischen Markt deutlich gestützt.
Gegenüber einem Peugeot 3008, einem Renault Austral oder einem Citroën C5 Aircross weist der Bigster je nach vergleichbarer Ausstattung einen signifikanten Preisunterschied auf — bietet dabei aber einen großzügigen Kofferraum, Innenraum von Referenzniveau im Segment und schlüssige Motorisierungen. Schwer, darin nicht ein seriöses Angebot für budgetbewusste Familien zu sehen.
Und unterdessen auf den Pisten der Wüste: Der Dacia Sandrider — ein Rally-Raid-Prototyp, der mit synthetischen Energien läuft — bescherte Sébastien Loeb einen Sieg der Rallye Marokko 2025, zweiter W2RC-Erfolg für das Team. Es ist nicht ganz ein Bigster, der über die saudischen Dünen rast, aber das Image der abenteuerlustig-mutigen Marke ist absolut real.
Die Broschüre durchblättern, bevor man unterschreibt
Wenn Ihnen der Dacia Bigster Lust auf mehr gemacht hat, stellt Ihnen Brochure Auto die offiziellen Brochüren des Modells zur Verfügung, um alles in Ruhe zu vergleichen, vom Datenblatt bis zur kompletten Preisliste. Und wenn Sie bereits schwach geworden sind oder es planen, ist auch die Bedienungsanleitung des Dacia Bigster verfügbar, um das Steuer ohne böse Überraschungen zu übernehmen.


