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Der Dacia Bigster ist da: Wenn Rumänien (sehr) groß denkt

13 mai 2026 · 5 Min. Lesezeit
Der Dacia Bigster ist da: Wenn Rumänien (sehr) groß denkt

Vor etwa zwanzig Jahren sorgte der Name „Dacia" in den Autosalons noch für Schmunzeln. Eine Marke aus dem Osten, ein wenig rustical, Erbin einer Ära, in der man in Mioveni Renault-12-Klone ohne viel Federlesens herstellte. Heute unterzeichnet dieselbe Marke einen der meisterwarteten Launches im C-Segment in Frankreich: den Bigster. Ein Familien-SUV mit 4,57 Metern, erhältlich mit mehreren Motorisierungen – Benzin-Mild-Hybrid, Vollhybrid, Autogas oder sogar elektrisch angetriebener 4×4 – und ab 24.990 Euro in der Essential-Ausstattung TCe 140 oder ECO-G 140 erhältlich. Es geht hier also nicht mehr um Spielkram.

Von Bukarest an die Spitze: die Dacia-Saga im Schnelldurchlauf

Ein schneller Blick auf die Anfänge, denn die Geschichte lohnt sich. Dacia entsteht 1966 in Mioveni, Rumänien, unter dem Druck des sozialistischen Regimes von Nicolae Ceaușescu, das das Land motorisieren möchte. Der Name? Entlehnt aus der „Dacia", der antiken Bezeichnung, die die Römer dem Gebiet des heutigen Rumäniens gaben. Die Produktion beginnt 1968 mit dem Dacia 1100, abgeleitet vom Renault 8, gefolgt 1969 vom Dacia 1300 – nichts anderes als ein umgebrandeter Renault 12, produziert bis 2006 in über zwei Millionen Exemplaren laut verfügbaren Aufstellungen.

Der große Wendepunkt kommt 1999, als Renault die Marke übernimmt und ihr ein klares Ziel setzt: Schwellenmärkte mit zuverlässigen und erschwinglichen Autos erobern. Der 2004 für 5.000 Euro gestartete Logan schlägt ein wie eine Bombe. Ein neues Auto zum Preis eines Gebrauchtwagens – das ist eine Revolution. Der Rest Europas zieht ab 2005 mit und erholt sich nicht mehr davon – im positiven Sinne. Es folgt der Sandero, dann der Duster (seit Jahren einer der bei europäischen Privatpersonen beliebtesten SUVs, regelmäßig an der Spitze seines Segments), dann der Jogger. Im April 2022 feiert Dacia zehn Millionen produzierte Fahrzeuge. Die kleine Marke aus dem Osten ist zu einer Säule des europäischen Marktes geworden.

Der Bigster: von der Skizze zum Asphalt

Die Idee zum Bigster reicht bis Januar 2021 zurück, als Luca de Meo das gleichnamige Concept-Car bei der Präsentation des Strategieplans „Renaulution" vorstellt. Die Silhouette ist klar und selbstbewusst – fast militärisch – mit straffen Linien und großzügiger Bodenfreiheit. Die Botschaft ist deutlich: Dacia will aufsteigen und das C-Segment mit kompakten Familien-SUVs angreifen.

Drei Jahre später präsentiert sich das Serienmodell beim Mondial de Paris im Oktober 2024 (90. Auflage). Die Bestellungen öffnen am 9. Januar 2025, die ersten Lieferungen folgen im Juni 2025. Der Bigster basiert auf der CMF-B-Plattform der Renault-Gruppe – der gleichen Basis wie Renault Clio, Captur und Nissan Juke – ist aber 23 Zentimeter länger als der Duster III. Eine Erweiterung, die man sieht und spürt: 4,57 Meter lang, 1,81 Meter breit, 1,71 Meter hoch, Radstand 2,70 Meter. An Bord gehört der Knieraum hinten zu den besten im Segment, und der Kofferraum wächst auf bis zu 702 Liter je nach Konfiguration – unter den großzügigsten im Segment.

Die Palette: das rumänische Schweizer Taschenmesser

Wo der Bigster wirklich überrascht, ist in der Vielfalt seiner Motorisierungen. Dacia hat sich bewusst gegen reines Elektro entschieden und bietet stattdessen ein echtes Spektrum an Hybrid-Technologien – und sogar Autogas, eine tief in der DNA der Marke verankerte Tradition.

Der Einstiegsmodell, der TCe 140 Micro-Hybrid 48V, verfügt über einen 1,2-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 140 PS und 230 Nm Drehmoment, unterstützt von einem Keilriemen-Lichtmaschinen-Starter. Startpreis: 24.990 Euro. Zum gleichen Preis erhältlich ist der ECO-G 140, der Zwei-Kraft-Benzin/Autogas mit einer 48-V-Mild-Hybridisierung kombiniert, mit 140 PS auf Benzin und 130 PS auf Autogas. Gesamtreichweite mit beiden Tanks: bis zu 1.300 Kilometer. Zum aktuellen Autogas-Kurs in Frankreich ist das Kostenargument unschlagbar.

Für diejenigen, die mehr Komfort in der Stadt wünschen, verbindet der Hybrid 155 einen 1,8-Liter-Vierzylinder mit 109 PS mit einem Elektromotor von 49 PS, einer 1,4-kWh-Batterie und einem automatischem Schaltgetriebe ohne Kupplung. Gesamtleistung: 155 PS. Er startet systematisch rein elektrisch und fährt nach Herstellerangaben etwa 80 % der Zeit im urbanen Betrieb im Zero-Emissions-Modus. Preis: ab 29.700 Euro in der Expression-Ausstattung. Schließlich für die Abenteurer der Hybrid-G 150 4×4, der Mild-Hybridisierung, Zwei-Kraft-Autogas/Benzin und Allradantrieb durch einen 31-PS-Heckmotor kombiniert – eine besonders seltene Kombination auf dem Markt in dieser Preisklasse. Damit kann man sich beruhigt ins Trail-Abenteuer begeben, ohne das Bankkonto zu leeren.

Zahlen zum Nachdenken

2025 wurden weltweit über 67.000 Exemplare des Bigster verkauft – ein Start, den man als hervorragend bezeichnen kann. Der Bigster hat die Verkaufsdynamik von Dacia 2025 deutlich gestützt, auf einem unter Druck stehenden europäischen Markt.

Gegenüber einem Peugeot 3008, einem Renault Austral oder einem Citroën C5 Aircross zeigt der Bigster je nach vergleichener Ausstattung einen signifikanten Preisunterschied – und bietet dabei einen großzügigen Kofferraum, Innenraum auf Referenzniveau im Segment und schlüssige Motorisierungen. Schwer zu übersehen, dass hier ein ernsthafter Vorschlag für budgetbewusste Familien liegt.

Und währenddessen bescherte der Dacia Sandrider – ein Rallye-Raid-Prototyp, angetrieben von Synthesekraftstoffen – Sébastien Loeb einen Sieg bei der Rallye du Maroc 2025, den zweiten W2RC-Erfolg für das Team. Es ist nicht ganz ein Bigster, der die saudischen Dünen bezwingt, aber das Image der kühnen und mutigen Marke, das ist sehr real.

Die Broschüre durchblättern, bevor man unterschreibt

Wenn der Dacia Bigster Sie neugierig gemacht hat, stellt Ihnen Brochure Auto die offiziellen Broschüren des Modells zur Verfügung, um alles in Ruhe zu vergleichen, von den technischen Daten bis zur kompletten Preisliste. Und wenn Sie bereits zugreifen oder dabei sind, es zu tun, ist auch die Bedienungsanleitung des Dacia Bigster verfügbar, um ohne böse Überraschungen ans Steuer zu gehen.

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